Buchpremiere Kerstin Decker

Zunächst ein recht herzliches DANKESCHÖN an den UllsteinVerlag für die Karten.

Am gestrigen Abend stellte Kerstin Decker in der Georg-Büchner-Buchhandlung (Wörther Str./Prenzlauer Berg) ihr neues Werk vor. Dabei handelt es sich um Biografie der Lou Andreas-Salomé.
Diese bemerkenswerte Frau ist außerhalb philosophischer Kreise kaum bekannt. Mir hat jedoch die Buchpremiere gezeigt, dass es lohnt sie kennen zu lernen. Ihr Freundeskreis setze sich aus Paul Rée, Friedrich Nietzsche, Rainer Marie Rilke und Sigmund Freud zusammen. Sie war jedoch nicht nur die Frau, die stumm den Gesprächen der „großen Männer“ folgte. Nein, sie war aktiv an philosophischen Gesprächen beteiligt und veröffentlichte eine Vielzahl von Schriften, die sich mit philosophischen Fragestellungen oder der Psychoanalyse beschäftigten. Wer mehr über sie wissen möchte, erhält über den entsprechenden Wikipedia-Artikel einen guten Einstieg.
Nun aber noch ein paar Worte zu der Lesung. Kerstin Decker ist eine sehr ruhige und angenehme Vorleserin. Wenn sie sich an den Text gehalten hat, konnte man in das Buch eintauchen. Sie hat aber auch ein enormes Wissen über Lou angesammelt. Das führte bei Abschnitten, die sie frei erzählte, häufig dazu, dass der Erzählstrang etwas verworren wirkte und die Stringenz entsprechend litt. An einigen Stellen habe ich mich leider wie in den Bundestagsreden von Loriot gefühlt. Ich denke aber dies lag daran, dass Kerstin Decker die Lesefragmente zu einem großen Ganzen zusammenfügen wollte. Gleichzeitig sollte natürlich nicht die gesamte Geschichte erzählt werden. Und zudem musste sie immer wieder nachdenken was jetzt für die Zuhörer relevant ist und was nicht. Man hat auf jeden Fall die Begeisterung der Autorin für ihre „Figur“ erkannt.

Fazit: Auch wenn ich den freien Gedankengängen von Kerstin Decker nicht immer folgen konnte, hat sich die Biografie sehr interessant angehört. Die Sprache wirkte sehr klar, aber trotzdem wurden humorvolle Kommentare eingestreut, die für steife Biografien eher unüblich sind. Daher könnten sich auch Leser an das Werk trauen, die eher keine Biografien lesen. Da der Text aber gespickt ist mit Zitaten und Briefen von Nietzsche, Rée usw. sollte man ein kleines philosophisches Grundwissen mitbringen.

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