Andreas Eschbach, Ausgebrannt

– Er führte genau das high energy-Leben, das ihm immer vorgeschwebt hatte, ein Leben, wie es sein sollte: keine Langeweile, sondern jede Minute aufgefüllt mit aufregenden, ja geradezu sensationellen Tätigkeiten. Er hat sich allerdings nie vorgestellt, dass dieses Leben derart anstrengend sein würde. –


Markus Westermann ist von dem Traum besessen in Amerika sein berufliches und privates Glück zu finden. Er möchte in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit Ideen anderer Menschen und Geld von wiederum anderen Menschen erfolgreich sein. Er nennt dies Erfolg mit OPI (other people’s ideas) und OPM (other people’s money). Doch noch arbeitet Markus in einer Firma, die Softwareprogramme für große Wirtschaftsunternehmen programmiert. Mit diesen Programmen ist es möglich zu errechnen, wie sinnvoll es ist in ein neues Projekt zu investieren. Wie schnell wird sich die Investition rentieren? Wie hoch ist das Risiko? In der amerikanischen Zentrale der Firma wird an einem neuen Programm gearbeitet und aus den verschiedensten Ländern sollen fähige Mitarbeiter nach New York geschickt werden, um dort die Übersetzungen der Software vorzunehmen. Markus wurde für die deutsche Übersetzung ausgewählt und darf nach New York reisen. Für ihn soll dieser Job aber nur eine erste Stufe sein. Er hat nicht vor nach sechs Monaten wieder in ein Flugzeug nach Europa zu steigen. Nach einem halben Jahr möchte er sich in den Vereinigten Staaten bereits geschäftlich etabliert haben. Als er das Angebot bekommt weiter in Amerika für die Softwarefirma tätig zu sein, scheint er seinem Traum näher zu kommen. Kurz darauf führen jedoch personelle Änderungen innerhalb der Firma dazu, dass Markus wieder entlassen wird. Trotzdem möchte er nicht in seine Heimat zurückkehren. Mit einer stattlichen Erbschaft ausgestattet, plant er eine Firma gründen. Kurz nachdem er diesen Entschluss gefasst hat, lernt er Karl Block kennen.
Dieser erzählt ihm, dass er in der Lage sei Öl zu finden, wo niemand welches vermutet. Markus wittert ein großes Geschäft und schließt mit Block eine Partnerschaft. Mit einem großen Teil seiner Erbschaft schafft er es ein Konzept zu entwickeln und einen starken finanziellen Partner ins Boot zu holen. Damit beginnt für Markus ein rasantes Leben, das jeden Tag neue und aufregende Überraschungen bietet. Das einzige Problem ist, dass Block seine Methode niemandem verraten will. Und dann scheint es plötzlich so, als ob der ganze Ölmarkt zusammenbricht. Die Preise steigen in die Höhe und ein großer Teil der Menschheit beginnt das erste mal in seinem Leben zu begreifen was alles vom Öl abhängt. Können Markus und Block die „Katastrophe“ verhindern?

Andreas Eschbach ist mit einigen SciFi-Büchern bekannt geworden. Mit den Werken „Jesus-Video“ und „Eine Billion Dollar“ hat er Thriller-Bestseller geschrieben. Mit dem Buch „Ausgebrannt“ nähert er sich wieder ein wenig dem fantastischen Genre. Die Grundlage der Geschichte ist jedoch sehr real. Öl beeinflusst unser gesamtes Leben. Doch wenige Menschen denken darüber nach was passiert, wenn eines Tages weniger Öl gefördert wird.
Abgesehen von einigen wirtschaftlichen Fachbegriffen, schafft es Eschbach dem Leser die wirtschaftlichen Zusammenhänge rund um das Öl recht gut zu beschreiben. Die Sprache ist dabei leicht verständlich und wird selbst bei chemischen oder biologischen Aspekten nicht zu detailliert.
Die gesamte Geschichte rund um Markus Westermann wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeitschienen erzählt. So erfährt der Leser schon recht früh wie Markus‘ Geschichte nach dem angeblichen beruflichen Erfolg weitergeht. Allerdings weiß man nicht wie es dazu kommt.
Das ist ein recht übliches Stilmittel, das mir jedoch persönlich beim Lesen immer wieder Freude bereitet und Spannung erzeugen kann.

Aus meiner Sicht ist es dem Autor jedoch nicht gelungen die alltäglichen Einflüsse des Öls darzustellen. Eschbach beschreibt zwar wie der wirtschaftliche Kreislauf funktioniert, wie sich aber das Leben der Menschen verändert oder verändern muss wird mir nicht tief genug beschrieben. Im Endeffekt geht es nur um die Fortbewegung mit Fahrzeugen, die durch Benzin angetrieben werden. Er erwähnt zwar die Pharmaindustrie und die Textilherstellung, geht aber auf die Veränderungen nur in Nebensätzen ein.
Zudem fand ich die Wendung auf den letzten 50 Seiten des Werkes etwas skurril und sehr spontan. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor jetzt endlich mal zum Schluss kommen muss und daher schnell die kommenden 30 Jahre beschreibt.

Fazit: Der Ansatz gefällt mir recht gut. Allerdings dreht sich aus meiner Sicht die Geschichte zu stark um Markus Westermann und seine Geschäftsideen. Das Öl und die Herausforderungen für die Menschheit am Ende des so genannten Erdölzeitalters tritt zu stark in den Hintergrund.

EUR 9,95
Downloadpreis: 8,49 EUR
Taschenbuch, 750 Seiten
Ersterscheinung: 16.09.2008
ISBN: 978-3-404-15923-9

Link zur Verlagsseite

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