Markus Heitz, Judastöchter

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich keine Vorstellung von Vampiren. Falsch: von echten Vampiren. Bislang habe ich mich immer mit Werwölfen herumgeschlagen und kaum einen Gedanken an Ihre Spezies verschwendet. Ich habe nicht mal richtig an Sie geglaubt.

Normale Vampire gibt es en masse, aber es gibt nur eine rothaarige Vampirin, die außergewöhnliche Kräfte besitzt. Sia ist eine Judastochter und damit die letzte ihrer Art. Ihre Reißzähne sind länger und dicker als bei gewöhnlichen Vampiren. Sie ist schneller, beweglicher und stärker. Zudem kann sie mit einem einzigen Biss töten. Allerdings kann sie kein fließendes Wasser überqueren und wird durch scharfe und spitze Gegenstände an das Eindringen in Häuser gehindert. Ihr Leben oder besser ihre Existenz geht auf einen Fluch zurück, den sie von ihren einzigen Nachfahren, Emma und Elena, fernhalten möchte. Doch in der letzten Zeit wurden sie mehrfach angegriffen und sind nur knapp dem Tod entkommen. Seit dem letzten Vorfall liegt Emma im Koma. Ihre Tochter, die siebenjährige Elena, lebt zunächst bei Sia und hängt häufig dem Gedanken nach sich selbst zu töten, um so zu einer Vampirin zu werden und kämpfen zu können. Als Mutter und Tochter entführt werden, erhält Sia den Auftrag in Irland einige Wesen zu vernichten.

Sollte ihr dies gelingen, werden ihre Nachfahren wieder freigelassen. Sie versucht zunächst noch die beiden in Deutschland zu finden und zu befreien. Dies misslingt jedoch. Zu allem Überfluss trifft sie einen alten Bekannten wieder, der ihr zunächst sehr seltsam erscheint. Nach kurzer Zeit muss sie sich jedoch eingestehen, dass sie ohne ihn den Auftrag nicht erfüllen kann. Zunächst müssen beide nach Irland gelangen und somit eine Vielzahl kleiner und großer fließender Gewässer umgehen. Der Auftraggeber hat daran aber auch gedacht und stellt ein U-Boot zur Verfügung. Ohne Probleme läuft die Überfahrt trotzdem nicht ab. In Irland geraten sie in einen Kampf zwischen verschiedene Kreaturen und müssen sich entscheiden auf wessen Seite sie stehen. Was ist für die Befreiung von Emma und Elena hilfreich?

„Judastöchter“ ist der dritte und vorerst letzte Band in der Reihe „Judaskinder“. Für mich ist es der erste Band, den ich aus der Reihe gelesen habe und auch das erste Buch von Markus Heitz. Bisher hatte ich mich eigentlich nur sporadisch mit dem Thema Fantasie beschäftigt. Daher war für mich auch zunächst die am Anfang stehende Liste, welche die wichtigsten Personen und Gruppen aufführt, etwas erschlagend. Ich habe es schnell aufgegeben mir die Einzelheiten zu merken und habe einfach gelesen. Zunächst hat mich positiv überrascht, dass die Handlung in Leipzig spielt, da solche Geschichten eher an mystischen Orten spielen.
Relativ schnell tauchen neben der Vampirin auch andere Wesen auf, die ich nicht zunächst nicht einordnen konnte. Nach ca. 150 Seiten war ich aber schon tief in die Welt eingetaucht und das Lesen hat mir große Freude bereitet. Die Sprache von Markus Heitz ist sehr verständlich und er wählt die Wörter mit sehr viel Sorgfalt. Trotzdem wirkt die gesamte Konstruktion nicht schwerfällig oder grob. Das Lesen erfolgt sehr flüssig und wenn man einmal verstanden hat welche Eigenschaften zu welchen Wesen gehören, stolpert man auch nicht mehr über einzelne Begriffe.

Betrachtet man die gesamte Geschichte, sind mir jedoch einige Aspekte nicht tief genug beschrieben worden. Was hat es jetzt wirklich mit den Sídhe? Wie sah die Situation in Irland vorher aus und welche konkreten Pläne verfolgen die einzelnen Gruppen?
Die starke Dynamik, die Geschwindigkeit und die Handlungsfülle haben dieses Defizit jedoch wieder einigermaßen ausgeglichen. Zudem ist es auch möglich, dass sich die Fragen erledigen, wenn man alle Bände der Reihe gelesen hat.

 Fazit: Für Vampir- und Fantasiefans, die gut unterhalten werden wollen, kann ich das Buch nur empfehlen. Für Neueinsteiger in das Thema kann es zu Problemen kommen, die vielleicht kleiner werden, wenn man mit dem ersten Band beginnt.

Seiten 608  
Klappenbroschur  Quality Paperback  
EUR (D) 14,99  
ISBN 3-426-65230-7  
ISBN 978-3-426-65230-5 

Link zur Verlagsseite 

Recht herzlichen Dank an lovelybooks, DroemerKnaur und den Autor für dieses Leseexemplar.
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2 Kommentare zu “Markus Heitz, Judastöchter

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