Tove Jansson, Geschichten aus dem Mumintal

Bis vor wenigen Tagen wusste ich nur zwei Dinge über die Mumins: Sie sehen aus wie weiße Nilpferde und ich sollte unbedingt mal eine Geschichte über sie lesen.
Eine Bekannte, die finnische Wurzeln hat, erinnerte mich mit einem Mumin-Poster wieder an meinen Lesevorsatz. Nichts einfacher als das, besonders wenn man gerade einen Geburtstag hinter sich gebracht hat. Im Internet suchte ich mir einfach ein Buch aus ohne zu schauen, ob es eine logische Reihenfolge der Bände gibt.
So zogen die „Geschichten aus dem Mumintal“ bei mir ein und wurden heute gelesen. Laut diverser Internetseiten hat die finnlandschwedische, nein nicht finnisch-schwedische, Autorin Tove Jansson in der Zeit von 1945-1970 neun romanartige Muminbücher geschrieben und illustriert. Während sich die ersten fünf Bücher klar an Kinder richten und ihre spezifischen Probleme behandeln, verfolgt die Autorin in den restlichen Werken auch philosophische und psychologische Fragestellungen. Da mein Buch in dieser Reihenfolge an der siebenten Stelle steht, war mein blinder Griff recht erfolgreich. Denn gerade diese Fragestellungen haben mir wunderbar gefallen. In dem Schnupferich, der freiwillig einsam durch die Gegend wandert und die perfekte Melodie sucht, dem verspielten Mumin oder dem Mumin-Vater, der einer anscheinend verpassten Lebenschance nachtrauert, finden sich wunderbare psychologische Figuren und Muster wieder. Die meisten Charaktere sind auf einer Suche, auf der sie sich selbst besser kennenlernen, ihr jetziges Leben reflektieren, auch in Frage stellen und dann wieder als positiv bewerten. Die gute Wendung erfolgt meist, weil sich die Figuren selbst Gedanken machen und somit sozusagen selbst therapieren. Die inneren Monologe und die Zerrissenheit wird von Tove Jansson in jeder einzelnen Geschichte wunderbar geschrieben. Zudem wird die Mumin-Welt wunderbar durch eine klare und zeitgleich auch poetische Sprache dem Leser vor Augen geführt.
Nach dem Lesen fühlt man sich zufriedener und lebensfroher.
Probleme, die einem vielleicht vor dem Lesen durch den Kopf gegangen sind, scheinen nicht mehr so unüberwindbar. Und dann sieht man noch die Zeichnungen der drolligen und sonderbaren Figuren und möchte nur noch an einem Ort sein: Im Mumintal.

Fazit: Ich werde das Mumin-Universum nicht so schnell verlassen und empfehle jungen und alten Lesern auch einen Blick zu riskieren. Ihr werdet es nicht bereuen!


184 Seiten
Halbleinen
12,95 EUR [D]
ISBN 978-3-401-06213-6

Link zur Verlagsseite

Advertisements

2 Kommentare zu “Tove Jansson, Geschichten aus dem Mumintal

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s