Wolfgang A. Gogolin, Schlafen bei Licht

– Allerdings stapelte sich im Postkorb ein Häufchen, zwar mit Eingangsstempel versehener, aber noch unbearbeiteter Briefe. Ein vibrierender Montagmorgen. –

Torsten Burmester würde es zwar nie zugeben, aber er ist ein Beamter wie aus einem Bilderbuch. In seinem Kleiderschrank gibt es scheinbar nur Hemden, Krawatten, Jeans und vielleicht ein Jackett. Seinen Dienst  absolviert er zum großen Teil nach Vorschrift, verbringt ein Teil seiner Arbeitszeit aber auch mit rein privaten Angelegenheiten. Als er von einem Bus angefahren wird, ändert sich sein Leben. Seine kunstbeflissene Freundin verlässt ihn und er muss seine Zukunftspläne neu sortieren.
Hinzu kommt, dass Torsten schon lange ein Problem mit sich herumschleppt. Er kann nur schlafen, wenn eine Lampe eingeschaltet ist.
Genauso undramatisch, wie sich die Inhaltsangabe anhört, ist die gesamte Geschichte. Gut, Torsten wird von seiner Freundin verlassen und muss sich neu umschauen. Doch eigentlich hat die beiden nie eine wahre Liebe verbunden. Erstaunlich ist wie schnell er sich umschaut und auch eine neue potenzielle Partnerin kennen lernt. Ist sie die große Liebe? Und was hat es mit den Schlafproblemen auf sich? Hier bleibt mir der Autor zu oberflächlich. Das Problem wird nur nebenbei und vor allen Dingen zu spät angesprochen. Es wird einfach abgehandelt. Ein solch tiefgreifendes Erlebnis beeinflusst aber, wenn es nicht verdrängt wird, den Betreffenden nicht nur partiell und wird nicht so schnell verarbeitet. Dieser Aspekt der Geschichte ist aber eigentlich hoch interessant und bietet ausreichend Spannungspotenzial. Und umso enttäuschender ist es, das er nicht stärker in den Mittelpunkt gerückt wird.
Die in Ansätzen erotischen Stellen des Buches sind teilweise sehr gut beschrieben, rutschen dann aber wieder in nicht nachvollziehbare Handlungen ab und passen so gar nicht zu den Figuren.
Teilweise liegt das auch an der Sprache, die manchmal recht altbacken wirkt beziehungsweise nicht elektrisieren kann.
Auch das Ende kommt aus meiner Sicht viel zu einfach und zu plötzlich.
Fazit: Die grundlegende Idee ist eigentlich interessant, müsste aber sprachlich noch lebendiger umgesetzt werden. Auch eine längere Abhandlung der Ereignisse und andere Schwerpunkte könnten dem ganzen Werk eine gewisse Spannung verleihen.
Roman 
ISBN 978-3-86675-145-3, 
Paperback, 
140 Seiten
9€
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