Anne Plichota & Cendrine Wolf, Oksa Pollock. Die Unverhoffte

Oksa Pollock ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, dass mit ihren Eltern und der Großmutter in Paris lebt. Doch weil sich ihr Vater einen Traum erfüllen möchte, ziehen sie nach London. Oksa ist zunächst sehr betrübt und hat Angst ihren besten Freund Gustave zu verlieren. Doch zum Glück zieht seine Familie auch nach London. Da beide Väter bereits in Paris erfolgreich ein Restaurant geführt haben, ist es selbstverständlich, dass sie auch das neue Restaurant in London gemeinsam leiten werden. Somit werden Oksa und Gus nicht getrennt. Sie gehen in der neuen Heimatstadt nicht nur gemeinsam auf die französische Schule, sondern kommen sogar in dieselbe Klasse. Schon in den ersten Tagen wird klar welche Lehrer sehr angenehm sind und welche von den Schülern nahezu gehasst werden. Am unangenehmsten ist den beiden Mister McGraw aufgefallen. Er ist seinen Schülern gegenüber abwertend und bestraft sie auch für Kleinigkeiten. Er scheint es besonders auf Oksa abgesehen zu haben. Nicht nur ihr fällt das auf, auch Gus wundert sich über das übertriebene Interesse und die gezielten Gemeinheiten. Als er auch noch erzählt, dass er ehemaliger CIA-Agent ist, wird die Angelegenheit noch suspekter.
Aber auch einige der Schüler scheinen sich sofort auf Oksa als neue Hauptfeindin festgelegt zu haben. Als sie mit einem Jungen aus der neunten Klasse sehr heftig aneinander gerät, kann sie ihre Wut nicht zurückhalten und schubst ihn gegen die Wand. Obwohl sie seit längerer Zeit Karate trainiert, erschreckt sie sich selbst wir stark sie zu sein scheint. Als sie zu hause auch noch in ihrer Wut plötzlich einen kleinen Feuerball auf der Hand tanzen lässt, ist sie endgültig verwirrt.
Sind das magische Kräfte? Woher kommen sie und warum besitzt ausgerechnet Oksa diese?

Anne Plichota und Cendrine Wolf entwerfen in „Oksa Pollock“ eine wunderliche und verzauberte Welt voller sonderbarer Wesen, magischer Kräuter und außergewöhnlicher Fähigkeiten. Dies verweben sie mit der ganz normalen Welt eines Teenagers. Ihre Sprache ist dabei überwiegend leicht verständlich. Einzig einige selbst erdachte Begriffe wirken etwas holprig. Diesbezüglich kann ich aber nicht sagen, ob es wirklich an dem Originaltext oder der Übersetzung liegt.
Die Geschichte an sich ist wirklich sehr fantastisch und benötigt verständnisvolle und engagierte Leser.
Zudem ist mir bei diesem Buch besonders bewusst geworden, dass nicht jedes Jugendbuch für Erwachsene geeignet ist.
Bestimmte Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen oder haben mich zum Teil richtig geärgert. Wenn ich jedoch daran gedacht habe, dass die Hauptfigur ein Teenager ist, musste ich mein Urteil meist revidieren bzw. mich zwingen die Handlungsabläufe aus der Sicht eines jungen Mädchens zu sehen.

Fazit: Ein recht schönes und fantasievolles Jugendbuch, in dem eine Umgebung erschaffen wird, die es in solch einer Form wahrscheinlich kein zweites Mal gibt. Für einige Leser könnte es allerdings etwas zu fantastisch und zu kindlich sein.

Zusatz: Von erfahrenen Harry Potter-Lesern habe ich mir sagen lassen, dass es (leider) sehr viele Ähnlichkeiten gibt.

ab 12 Jahren
EUR 19,95  SFR 30,50  EUA 20,60

ISBN 13: 978-3-7891-4502-5
EAN: 3-7891-4502-5

Link zur Infoseite

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3 Kommentare zu “Anne Plichota & Cendrine Wolf, Oksa Pollock. Die Unverhoffte

  1. Durch die Testleseaktion kommt man derzeit nicht um dieses Buch herum, deine Rezension darüber ist allerdings die erste, die ich komplett gelesen habe und ich glaube, dass Oksa nichts für mich ist. Ich lese zwar sehr gerne Kinder- und Jugendbücher, doch so viel Zauberei und Magie sagen mir nicht zu. Trotzdem vielen Dank für die aufschlussreiche Kritik!Liebe Grüße,Ada

  2. Dankeschön. Das ist ein sehr großes Kompliment für mich. Mir geht es übrigens genauso. Ich mag Kinder- und Jugendbücher sehr gerne und lese zum Beispiel mit Genuß die Artemis Fowl-Reihe. Aber in "Oksa Pollock" wird einfach ein großer Magie- und Zaubereitopf ausgekippt und der Bezug zur Realität ist für einen erwachsenen Leser nicht nachvollziehbar. Das ist schade. Na ja, vielleicht gefällt es ja jüngeren Lesern besser 🙂

  3. Hey,
    ich habe das Buch vor ein paar Jahren gelesen – damals müsste ich wohl der Zielgruppe entsprochen haben – und mich haben die Handlungsweisen auch des öfteren stutzig gemacht. Das muss also nicht unbedingt am Alter liegen. 😉
    Und auch die von dir angesprochenen, selbsterdachten Begriffe haben damals so sehr gestört, dass ich mir sicher war, die weiteren Teile definitiv nicht zu lesen. Selbst wenn es an der Übersetzung liegt… und ja, die parallelen zu Harry Potter sind mir aufgefallen.
    Letztendlich ist letzteres absolut die bessere Partie.

    So, nun habe ich aber genug Lebenszeit anderer mit meiner Meinung gestohlen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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