Wolfgang Holbein, Infinity. Der Turm

Im Rahmen der Entdecker-Challenge wage ich mich in unbekanntes Terrain vor. Lesetechnisch bedeutet dies, dass ich jeden Monat ein Fantasy-Buch bearbeite.
Entdecker zu sein bedeutet zwar viele neue Dinge zu erleben, gleichzeitig ist man aber auch in gewisser Hinsicht unwissend und ein wenig unbeholfen.
Man kennt sich nicht richtig aus, geht Umwege oder versteht etwas falsch. Da ich das hier vorliegende Buch allerdings in einer betreuten Leserunde erforschen konnte, sorgte für eine positive und hilfreiche Horizonterweiterung. Ich konnte mir die Meinungen der anderen Leser in Ruhe anschauen, Fragen stellen oder einzelne Aspekte kommentieren. Doch was hat das jetzt alles mit dieser Rezension zu tun? Das verrate ich euch gleich. Zunächst aber einige Wort zu der Geschichte.

Prinzessin Infinity soll in einigen Tagen zur Königin gekrönt werden. Sie lebt in einem riesigen Turm, der nicht nur technisch hervorragend ausgestattet ist, sondern auch eine Art allwissender Computer und eigentlicher Herrscher über die Umgebung zu sein scheint. Der Turm und eine Glaswand schützen die Bewohner der Stadt Belagerung vor den verschiedenen Gefahren der Umgebung. Gleichzeitig entstehen dadurch aber auch räumliche Beschränkungen und die Bewohner der Stadt haben Angst vor dem schwarzen Turm. Sie wissen nicht was sich in dem Turm wirklich verbirgt und können die Technik, welche er entwickelt hat, nicht verstehen. Sie sind misstrauisch und neidisch. Schon seit mehreren Jahrhunderten befinden sie sich immer wieder im Krieg mit den Turmbewohnern, würden jedoch immer sehr rasch besiegt. Auch der momentane Clansherr plant einen neuen Feldzug. Allerdings hat von einer unbekannten Person technische Hilfe erhalten, die der Prinzessin und dem Turm wirklich gefährlich werden könnte.

Das mag jetzt etwas verquert klingen und ist es auch irgendwie. Doch für mich gehört dies zum Fantasy-Genre dazu. In der Leserunde wurde mehrmals erwähnt, dass die Geschichte doch sehr verwirrend ist und teilweise auch vom Stil her teilweise an einen Groschenroman erinnert. Zudem werden häufig Übertreibungen eingebaut. Ich muss gestehen, dass mir das nicht bewusst aufgefallen ist. Nach dem Lesen habe ich mich gefragt, ob ich wirklich so unaufmerksam war. Ich habe ein schlechtes Gewissen bekommen. Und dann habe ich mich gefragt was ich wohl ganz ohne andere Meinung zu dem Buch gesagt hätte. Ich habe das Buch gerne gelesen. Ich mag die Wurmsätze von Hohlbein, ich mag die kleinen Ungenauigkeiten und seine klare und vielleicht auch einfache Sprache. Die Figuren mögen manchen Lesern zu undeutlich erscheinen und doch kann man sich die einzelnen Wesen ganz leicht vorstellen, wenn man einmal einen Fantasyfilm gesehen hat. Für mich gehören Fantasy und (einfache) Unterhaltung zusammen. Ich möchte keinen schweren prosaischen aber vielleicht literarisch wertvollen Text lesen, wenn es um Orks, Zwerge oder Mausmenschen geht. Das kann mein Gehirn gar nicht gemeinsam verarbeiten.
Was mir allerdings nicht gefallen hat sind die Längen, die das Buch hin und wieder hat und das Ende. Ich möchte, auch bei Einzelbänden einer Trilogie, ein in sich geschlossenes Werk lesen. Doch nach sechshundert Seiten hatte ich eine Menge Fragezeichen im Kopf. Ich habe schon eine Ahnung worauf es hinauslaufen soll, doch möchte ich nach dem Lesen mit einer kleinen Gewissheit belohnt werden. Alles andere ist nur verkaufsstrategisches Schreiben.

Fazit: Ein leichtes Fantasy-Werk mit einer interessanten Geschichte, die zunächst etwas holpert und dann nur so rast. Leider bleiben am Ende zu viele Fragen offen.

Erschienen: 24.02.11
624 Seiten
Gebunden
€ 19,95 [D], € 20,60 [A], sFr 30,50
ISBN: 9783492702232

Link zur Verlagsseite 

 

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4 Kommentare zu “Wolfgang Holbein, Infinity. Der Turm

  1. Hallo!Eine schöne Rezension. Mir gefällt, dass Du versuchst in das "fremde" Genre hinein zu finden … ich selbst mag ja Fantasy – es kommt aber auf die Story an. Von Hohlbein habe ich noch nichts gelesen, hier würde mich vielleicht sogar der Umfang abhalten … auch die Beschreibung. Aber auf jeden Fall war Deine Rezi interessant zu lesen :-)Lieben Gruß, Svenja

  2. Nein, bislang nicht wirklich … die Autorinnen meiner aktuellen Lieblings-Fantasy-Bücher werde ich aber sicher "im Auge behalten": "Phoenixfluch" und "Rebellion der Engel" … mal gucken, was noch so kommt :-)Ich hoffe, Du kannst Dich mit dem Genre anfreunden … die Challenge läuft ja noch eine Weile. Viel Spaß weiterhin dabei 🙂

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