Heather Brewer, Vladimir Tod hat Blut geleckt

– Er folgte Nelly in die Küche, wo sie bereits den Wasserkessel auf den Herd gestellt und eine Tasse würzig duftendes Blut für ihn in der Mikrowelle erhitzt hatte. Vlad tauchte einen Schokokeks in seine Tasse und biss hinein. –
Die achte Klasse ist für die meisten pubertierenden Jugendlichen der reinste Horror. Wenn man dann noch an einer amerikanischen Schule eher zu den Außenseitern gehört, schüchtern ist und wie ein Gruftie aussieht, wird die ganze Sache nicht leichter. Vladimir Tod hat außerdem vor drei Jahren seine Eltern verloren und lebt nun bei der besten Familienfreundin. Was Vlad bisher gar nicht so schlimm gefunden hat, war seine Herkunft. Sein Vater war ein Vampir und hat sich entgegen aller Vampirgesetze für ein Leben mit einer menschlichen Frau entschieden. Nie zuvor hat es jemand gewagt in solch einer Situation auch noch ein Kind zu zeugen. Vladimir ist damit ein ganz besonderer Junge, der zwar mit Sunblocker überleben kann und keine Menschen töten muss, da ihm Blutkonserven ausreichen, trotzdem kann er zum Beispiel Knoblauch nicht riechen oder berühren. Zudem glaubt er der letzte seiner Art zu sein und weiß nicht recht welche Fähigkeiten er besitzt. Niemand hat ihm je erzählt was ein Vampir kann oder wie man seine übernatürlichen Sinne einsetzt. Zugegebenermaßen hat ihn das bisher auch nicht wirklich interessiert. Doch plötzlich verschwinden Menschen aus seiner näheren Umgebung spurlos, er beobachtet mysteriöse Dinge und dieser neue Lehrer scheint Vlads Geheimnis zu kennen. Wurden seine Eltern womöglich ermordet und jetzt will der Mörder Vladimir töten?
Vladmir Tod ist ein sympathischer Junge, der dem Leser in einer leicht zu lesenden Sprache und mit ausreichenden bildlichen Darstellungen nähergebracht wird. Der Text lässt sich sehr flüssig lesen und beinhaltet gut konstruierte Dialoge. Trotzdem hat er mich nicht komplett überzeugt. Aus meiner Sicht beginnt die Geschichte erst auf den letzten 50 Seiten richtig interessant zu werden. Dass es noch vier Fortsetzungsbände gibt freut mich zwar, aber ich frage mich warum nicht alles in ein oder zwei Bücher gepackt wurde. So bleibt der Leser unnötig auf dem Trockenen sitzen und hat den Eindruck, dass noch schnell ein Ende konstruiert werden musste, obwohl es gerade erst spannend wurde.
Einige Dinge fand ich auch nicht stimmig. Stets und ständig trinkt Vladimir heißes Blut. Das ist ehrlich gesagt mehr als unwahrscheinlich. Das Getränk würde etliche Bröckchen enthalten. Das Blut wird auch einmal aus dem Tiefkühler geholt und dann getrunken. Das ist auch unsinnig und wäre nicht passiert, wenn man einmal mit einer Krankenschwester oder einem Arzt gesprochen hätte. Manch einer mag nun sagen, dass es sich ja um einen Jugendroman handelt. Aber auch dort erwarte ich eine gewisse Qualität.
Fazit: Die Geschichte ist sehr interessant und ich möchte gerne wissen was Vladimir noch erlebt. Allerdings hoffe ich, dass in den Folgebänden eine sprachliche und qualitative Entwicklung erkennbar ist.
Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina

ab 12, Erstmals erschienen 2011, 2. Auflage 2011
208 Seiten, 13.5 x 21.0 cm
ISBN 978-3-7855-7027-2
Klappenbroschur
7,95 € (D)

8,20 € (A)

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Ein Kommentar zu “Heather Brewer, Vladimir Tod hat Blut geleckt

  1. Du hast gar keine Ahnung wie dankbar ich Dir für die Rezi bin!!! Ich hätte es nie geschafft dieses Buch zu lesen! Ich weiß auch nicht warum ich die Vampire plötzlich so überdrüssig bin! Danke, Danke Danke!!! Und nun stöber ich noch in deiner Wunschliste ein wenig 😉

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