Daniel Napp, Pellepau

Nachdem ich in den letzten Tagen mindestens fünfmal Pellepau vorgelesen habe, ist jetzt einfach eine Rezension fällig :o)

Tom und Susi sind Geschwister, die schon zur Schule gehen. Ihr kleiner Bruder Manfred wird in dieser Zeit von der Oma betreut und muss sich noch nicht mit den ernsten Dingen des Lebens beschäftigen.
In ihrer Freizeit gehen die drei Kinder ab und an den verrückten Friseur Peter Paul, genannt Pellepau, besuchen. Also verrückt ist er eigentlich nur in den Augen der Erwachsenen. Susi, Tom und der kleine Manfred finden seine Geschichten super spannend und können gar nicht genug davon bekommen. Allerdings gibt es an der ganzen Sache einen Haken: Die Geschichten werden nur erzählt, wenn sich in dieser Zeit jemand die Haare schneiden lässt.
Doch für die sonderlichen Abenteuer von Kriminaloberhauptkommissar Meister würden die Kinder auch ihr letztes Haar geben. Nur er hat es jemals gewagt einen Berg zu verhaften und im Schlaf einen Räuber zu fangen. Kann er auch bei der Jagd nach dem Haarspraydieb behilflich sein?

Zu den Figuren:
Dass Daniel Napp ein wunderbarer Illustrator ist, habe ich ja schon in einem anderen Post erwähnt. Auch für Pellepau hat er tolle Figuren geschaffen, denen er durch seine eigenen Texte Leben eingehaucht hat.
Der Protagonist Peter Paul ist ein leicht zerstreuter aber liebevoller Friseur, der sich wirklich sehr sonderbare Geschichten ausdenkt. Manchmal wird er von seinen jungen Zuhörern auf Unstimmigkeiten hingewiesen, die er dann im weiteren Erzählverlauf wieder ausbügelt. Wer sich schon einmal selbst Geschichten ausgedacht, wird solche Situationen kennen. 
Die Hauptperson der inneren Erzählung, Kriminal-ober-haupt-kommissar Meister, vereint allgemein bekannte Charakterzüge eines Kriminalbeamten, hat sich aber eine gewisse kindliche und naive Art erhalten. Und er ist wohl auch der einzige Berliner, der angeblich keinen Nebel kennt.
Beide Männer in einem Buch ergeben eine Mischung, die schon nahezu explosiv ist. Kriminelle und schlecht frisierte Menschen haben keine Chance!

Zu der Geschichte insgesamt:
Obwohl die Geschichte sich an Grundschulkinder richtet und in einer großen Schrift gedruckt ist, habe ich beim Vorlesen doch immer wieder humorvolle Stellen entdeckt, die für Kinder eher unverständlich sein werden, aber den erwachsenen Leser amüsieren. Der Hauptanteil ist allerdings altersgerecht geschrieben und greift Kindergedanken auf, die uns im Alltag manchmal stutzen lassen. Zudem regen die Handelnden dazu an über die sonderbaren Erlebnisse zu sprechen.

Fazit: Ein sehr lustiges Buch, dass sogar meinen vierjährigen Sohn schon in seinen Bann gezogen hat. Allerdings hat er jetzt wahrscheinlich auch eine etwas andere Meinung über Kommissare.

mit Illustrationen
Gebunden
112 Seiten
Ab 6 Jahren
ISBN: 978-3-522-17668-2
Preis: 8,90 €

Link zur Verlagsseite

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