Arthur Slade, Mission Clockwork. Gefahr für das Britische Empire

– Die Tür öffnete sich und Fuhr trat mit zischenden Gelenken ein. Der Foxhound trottete hinter ihm her. In den intelligenten Augen des Hundes flackerte etwas Wildes und auf seinem Schädel spiegelte sich das Licht. Erst nachdem er dreimal geblinzelt hatte, konnte Modo klar erkennen, dass der Kopf aus Metall geformt war. Wie war das möglich? –
Der elegante Mister Socrates sucht im ganzen Land nach sonderbaren Kreaturen, die als Missgeburten dem zahlenden Publikum vorgestellt werden. Als er wieder einmal einen kleinen Schaustellerwagen anhält und sich die Hauptattraktion zeigen lässt, ist er begeistert und kommt nicht aus dem Staunen heraus. Diesen kleinen Jungen muss er haben. Er vereinbart eine stattliche Kaufsumme und nimmt ihn anschließend mit in sein Haus, wo er von einer Haushälterin aufgezogen wird und von nun an den Namen Modo trägt.
Modo erhält eine einzigartige Erziehung, die nicht nur dazu führt, dass er sehr schnell lernt wie man schreibt und liest. Nein, einen viel größeren Raum nehmen die Übungsstunden in Kampfsport und in Spionagemaßnahmen ein. Doch wozu soll er das alles lernen, wenn er das Haus doch nie verlassen darf? Und warum gibt es in dem ganzen Haus keinen Spiegel? Weshalb reagiert die Haushälterin so sonderbar, wenn er nach seinem Gesicht fragt?
Mit vierzehn Jahren bekommt Modo einen Auftrag und erhält schneller und direkter als erwartet Antworten auf seine Fragen.
Schon bei den Romanen Worldshaker und Liberator habe ich mich wie ein kleines Kind über die Steampunk-Welt gefreut. Mission Clockwork hat meine Begeisterung für dieses Themengebiet noch verstärkt. Arthur Slade konzipiert eine realistische Bedrohung für das Britische Empire, die von einem genialen aber auch gefährlichen Wissenschaftler ausgeht. Dr. Cornelius Hyde ist auf seine Art und Weise ein Genie, der nicht nur Menschen manipuliert, sondern auch einzelne Körperteile durch fantastische metallische Attrappen ersetzen kann. Doch sein neuester Plan ist nahezu größenwahnsinnig. Gleichzeitig aber realistisch und daher unbedingt zu vereiteln. Laut Mr. Socrates kommt nur Modo dafür in Frage. 

In diese männliche Dreierkonstellation hat Slade die junge Octavia eingeflochten, die wunderschön, aber auch gerissen und spionagetechnisch gut ausgebildet ist. Warum erwähne ich das extra? Genau diese Mischung sorgt dafür, dass Mission Clockwork nicht ein spezifischer Mädchen- oder Jungenroman ist. Für beide Geschlechter finden sich Hauptfiguren, die taff sind und an der Problemlösung beteiligt sind. Zudem können sich die verschiedensten Typen in Modo und Octavia wiederfinden, da beide sehr wandlungsfähig sind. Und hier komme ich zu einem anderen Punkt, den Slade aus meiner Sicht grandios beherrscht. Die Beschreibungen der Umgebung und der Figuren sind sehr plastisch, aber trotzdem nicht ausufernd. Sie haben genau die richtige Länge, um Leser aus dem anvisierten Altersspektrum anzusprechen und zu fesseln. Und weil er es schafft mit wenigen Wörtern umfangreiche Bilder zu erzeugen, wartet man geradezu täglich darauf etwas von einer Verfilmung zu lesen. Die gesamte Geschichte scheint dafür geeignet zu sein.
Unerwartete Wendungen, Täuschungen und die besonderen Charaktere sorgen dafür, dass die Spannung nie abbricht. Zudem gleitet der Autor nicht zu stark ins Fantastische ab. Es gibt immer wieder Bezüge zu der Lebenswelt der Leser und man empfindet den Handlungsgang als sehr stringent.

Fazit: Eine absolute Empfehlung! Hier passt einfach alles.

Gebunden mit Schutzumschlag
352 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-522-20131-5
Preis: 14,95 €
Österreich: 15,40 €, Schweiz: 21,90 sFr
Erscheinungstermin: 15.07.2011

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