Christine Lawens, Der gebrochene Zweig

– Verrücktes Weibstück. –
Sheila ist eine strebsame Londoner Anwältin, die eine kinderlose Ehe mit dem erfolgreichen Fußballer Elias Belfort führt. Sie sah ihr gesamtes Leben immer als gut durchgeplant, erfolgreich und glücklich. Doch ihr Mann zerstört alles völlig unerwartet indem er ihr mitteilt, dass er sich verliebt hat und die neue Frau an seiner Seite bereits ein gemeinsames Kind unter ihrem Herzen trägt.
Sheila ist am Boden zerstört und versucht ihre Trauer und Wut mit zusätzlicher Arbeit zu betäuben. Dies bringt sie jedoch an den Rand ihrer Kräfte. Gedrängt von ihrem guten Freund und Kollegen sowie ihrem Chef, gönnt sie sich ein paar Monate Auszeit, die sie auf einer Andalusischen Hazienda verbringen möchte. Bei ihrem letzten Besuch war sie noch ein junges Mädchen, das dort seine Ferien verbrachte und sich liebevoll um die Pferde kümmerte. Diesmal kehrt sie als erwachsene Frau zurück und möchte gemeinsam mit den Männern auf dem Land arbeiten und den gesamten Tag im Sattel verbringen. Sie will aber auch wieder zu sich finden und sich klar werden, wie ihre Zukunft ohne Mann aussehen soll. Der stolze und sture Vorarbeiter Rafael Márquez macht ihr die Eingewöhnung allerdings nicht leicht. Bald merken die beiden aber, dass die gegenseitige Antipathie nur eine Tarnung für die eigentlichen Gefühle darstellte. Zwischen den völlig verschiedenen Menschen entsteht eine brennende und unkontrollierbare Leidenschaft, die beiden gut tut und zunächst der Ausgangspunkt für eine gemeinsame Zukunft zu sein scheint. Die unterschiedlichen Lebenswelten sind aber immer wieder der Grund für Streit. Und dann verschwindet Rafael eines Tages ganz plötzlich.
Bisher habe ich mich nur an wenige Romane getraut, die in Ansätzen eine Liebesgeschichte beinhalten. Zu schmalzig, zu übertrieben und zu unecht. Daher bin ich auch an dieses Buch ein wenig voreingenommen herangegangen. Londoner Juristen und Profifußballer? Das kam mir etwas konstruiert vor. Doch die Trennung war ja bereits absehbar und ich wollte diesem Genre auch eine Chance geben. Darüber bin ich jetzt sehr froh. Ich habe während der ganzen Höhen und Tiefen mitgefiebert, musste unbedingt weiterlesen und ja, das muss ich leider zugeben, ich habe in der Mitte des Buches geschmult wie es ausgeht. Ich konnte es einfach nicht aushalten. 
Da die Geschichte so spannend geschrieben ist und die Charakter sehr stilvoll aufeinander abgestimmt sind, habe ich mich auch nicht an einigen wenigen Fehlern in dem Buch gestört. Es hat zum Beispiel ein „nicht“ gefehlt, was mich kurzfristig verwirrt hat. Oder es gab kleine Wortdreher. Aber das ist, zumindest aus meiner Sicht, alles nicht dramatisch. Viel wichtiger sind mir die Figuren und die Handlung. Und wie bereits gesagt passt beides. Sheila und Rafael sind sich eigentlich sehr ähnlich, doch ihr jeweiliger Stolz, lässt sie immer wieder aneinander abprallen. Zudem erschweren ihnen die verschiedenen Lebenswelten eine gemeinsame Zukunft. Dabei konstruieren beide in vielen Fällen lediglich Probleme, die man überwinden kann.
Christine Lawens schreibt in einer leicht verständlichen nicht zu säuseligen Sprache, die auch die Liebesszenen nicht kitschig wirken lässt. Die Leidenschaft, die zwischen den beiden Verliebten entbrannt ist, kann man fast greifen und die machohaftige Art von Rafael macht die ganze Sache noch spannender und reizvoller. Das gegenseitige Verlangen und die Phasen, in denen sie sich wieder abstoßen sind hervorragend aufeinander abgestimmt und ein wichtiger Baustein in der gesamten Handlung. Sie sind wirklich das Salz in der Suppe und sorgen für eine Spannung, die keine besonderen Ereignisse braucht, um an Tempo zu gewinnen.
Fazit: Ein toller Roman für kuschelige Sofastunden. Hoffentlich gibt es bald noch mehr von der Autorin!

ISBN:  978-3-8424-9521-0 
Preis:  15,90                      
Seiten: 356    

Link zur Autorenseite mit Lesprobe

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