Die Eiskönigin. Völlig unverfroren

Wenn es draußen immer ungemütlicher wird und gleichzeitig der festlichste Teil des Jahres immer näher rückt, beginnt für viele Familien eine intensive Kino- und Fernsehphase. Nicht nur am Wochenende macht man es sich mit schönen Klassikern zuhause gemütlich. Mit den Kindern schaut man sich auch die aktuellen Filme im Kino an und ist dankbar für warmes Popcorn und weiche Sessel, wenn draußen Minusgrade herrschen und es stürmt. Traditionell bringt Disney in dieser Zeit einen großen Film heraus, der sich teilweise an bekannten Weihnachtsgeschichten orientiert. In diesem Jahr handelt es sich um die Eiskönigin, die in wenigen Punkten an das Märchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen angelehnt ist.

Die Geschichte47583_frozen_traditional_A3.jpg_rgb

Die beiden Schwestern Elsa und Anna sind die Töchter des Königs von Arendelle. Beide sind eigentlich ein Herz und eine Seele. Doch Elsa besitzt seit ihrer Geburt magische Kräfte, die dafür sorgen, dass sie beliebige Gegenstände oder ganze Räume in Eis- und Schnee verwandeln kann. Das ist zunächst nicht tragisch und bereitet den beiden Mädchen sogar eine Menge Spaß. Eines Tages wird Anna jedoch versehentlich von den Zauberkräften getroffen und kann nur mithilfe der Trolle, die der König gerufen hat, gerettet werden.
Elsa lebt von diesem Tag an sehr zurückgezogen und Anna hat durch die Heilung jegliche Erinnerung an das Geschehene verloren. So kann sie gar nicht verstehen, dass ihre Schwester Jahre später und am Tag der eigenen Krönung sehr nervös ist und von Ängsten geplagt wird. Anne ist voller Freude und lernt zudem noch einen charmanten Prinzen kennen, den sie sofort heiraten möchte. Als sie ihrer Schwester, die ja nun bald Königin sein wird, davon erzählt, kommt es zu einem Streit. Elsa verliert erneut die Kontrolle über ihre Zauberkräfte und verwandelt das Schloss in Eis und Schnee. Auf ihrer anschließenden Flucht verwandelt sich sogar ganz Arendelle in eine Winterlandschaft.
Anna kann das alles nicht verstehen und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Sie hofft, dass sie den Zauber wieder umkehren kann. Auf dem Weg zu Elsa trifft sie den Eislieferanten Kristoff und seinen besten Freund, das Rentier Sven. Beide helfen der Prinzessin und wollen den Nordberg erklimmen. Unterwegs treffen sie auf Olaf, einen Schneemann, der von Elsa erschaffen wurde und täglich vom Sommer träumt. Gemeinsam müssen sie einige Abenteuer meistern bis  Elsa gegenüberstehen. Doch dann kommt alles ganz anders als gedacht.

Umsetzung und Meinung

Das Drehbuch stammt von Jennifer Lee, die 2011 eine der Drehbuchautoren des Films „Ralph reichts“ war. Gemeinsam mit dem Regisseur Chris Buck (u.a. Tarzan) wollte sie eine kraftvolle Familiengeschichte erschaffen, die einen kleinen Anteil von  Andersens „Schneekönigin“ und klare norwegische Elemente enthalten sollte.  Zudem orientierte man sich an diversen Disney-Filmen, die für die gesamte Familie geeignet sind und bereits erfolgreich im Kino liefen. Die sehr aktuelle 3D-Technik sollte natürlich auch nicht fehlen.

Aus meiner Sicht konnten die meisten Punkte realisiert werden, aber einige Aspekte fand ich ein wenig enttäuschend. Kommen wir erst zu den sehr guten Punkten. Die Geschichte ist tatsächlich für die ganze Familie geeignet, weil sie sehr humorvoll und gleichzeitig spannend ist. Die entstandenen Bilder sind vielfach beeindruckend und machen tatsächlich Lust auf einen Urlaub in Norwegen. Und das obwohl es sich um einen Zeichentrickfilm handelt und die Kulisse nur an Norwegen erinnern soll. Die Figuren sind einfach grandios konzipiert und werden durch fabelhafte Synchronsprecher noch besser. Man fühlt sich regelrecht von der Geschichte verschlungen. Gerade auf die Kinder wirkt zudem die Musik sehr anregend und sie schwingen und summen recht schnell mit. Für manche Erwachsenen mag der Gesangsanteil ein wenig zu hoch sein. Aber wenn wir ehrlich sind, sollte einem das klar sein, wenn man sich einen Disney-Film anschaut. Bei den Figuren wurde anscheinend viel Wert auf die Details gelegt. Selbst die Frisuren der Mädchen waren aktuell und gleichzeitig an traditionelle Haarmode angelehnt. Kindern mag das nicht auffallen. Aber für mich ist so etwas immer sehr wichtig, weil ich an den kleinen Dingen merke, dass viel Liebe und Energie in einen Film gesteckt wurden.

Weniger gelungen fand ich leider die 3D-Umsetzung. Aus meiner Sicht hätte gerade die wunderschöne Landschaft noch stärker herausgehoben werden können. Wir (Kind und Eltern) hatten an diesem Punkt ein wenig das Gefühl, dass der Sog, der von der Geschichte ausgeht durch die visuellen Effekte abgebremst wird. Der Spaß geht dadurch aber trotzdem nicht verloren. Wirklich enttäuscht war ich davon, dass viele lustige und interessante Szenen, die man in der Vorschau gesehen hat, nicht auftauchten. Dabei hatte ich den Eindruck, dass sie ganz wesentlich waren. Sicherlich schauen sich viele Menschen vorher gar nicht die Trailer an. Ich schaue mir jedoch gemeinsam mit meinem Sohn mehrere Ausschnitte an und entscheide mich dann für oder gegen einen Film. Wenn tolle Szenen dann nicht auftauchen, sind die großen und kleinen Kinobesucher enttäuscht.

Fazit

„Die Eiskönigin“ ist aus unserer Sicht, trotz kleiner Kritikpunkte, ein wunderschöner Familienfilm, den man sich noch ganz schnell vor dem Weihnachtsfest anschauen sollte. Humor und Spannung gehen hier eine tolle Beziehung ein und werden durch tolle Bilder ergänzt.

Passend zum Film gibt es übrigens eine Häkelanleitung für diese beiden myboshi-Mützen. Einfach auf das Bild klicken!
Myboshi-Grafik

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