Patrick Hertweck, Maggie und die Stadt der Diebe

Maggie ist ein junges Mädchen, das eigentlich im Waisenhaus lebt. Sie weiß nicht wer ihre Eltern sind und ist natürlich auch nicht sonderlich glücklich im Waisenhaus. Als eines Tages ein Paar auftaucht und Maggie als ihre vermisste Tochter identifiziert, ist sie zunächst skeptisch, sieht aber in gewisser Weise auch eine Chance in dieser Begegnung. Endlich bietet sich eine Gelegenheit zum Verschwinden. Doch hätte sie auch nur anstazweise geahnt, was in der darauf folgenden Zeit auf sie zukommt, wäre sie wohl doch lieber im Waisenhaus geblieben. Sie lernt unfreiwillig und sehr schnell das harte Pflaster New Yorks im Jahr 1870 kennen. Und ihre einzige Chance ist ausgerechnet eine Diebsbande, die von einem komischen alten Zwerg angeführt wird, der bei ihrem Anblick erschaudert.

Patrick Hertweck nimmt seine Leser bereits auf der ersten Seite mit in ein rasantes Abenteuer. Maggie wird dem Leser zwar kurz vorgestellt und beschrieben, doch im nächsten Augenblick rennt man mit ihr schon durch die Straßen von New York und versucht gemeinsam mit ihr einigen finsteren Gesellen zu entkommen. Die Dynamik, die auf den ersten Seiten entsteht, bleibt während der gesamten Lesezeit erhalten und sorgt dafür, dass man nicht mehr aufhören kann. Nach der Flucht will man natürlich wissen, wie es mit Maggie weitergeht, dann will man wissen, wo sie herkommt und schließlich möchte man gemeinsam mit ihr dunkle Machenschaften aufdecken. Selbst in den ruhigen Momenten, die Maggie selbstverständlich auch erlebt, ist man stets konzentriert bei der Sache, weil immer wieder neue Informationen an das Tageslicht kommen.

Trotz dieser schnellen Abfolge von Ereignissen schafft es der Autor den einzelnen Figuren ausreichend Raum für ihre Persönlichkeit zu geben. Man erfährt über die wichtigsten Personen in Maggies Umfeld so viel, dass sich ein umfangreiches Bild ergibt, dass zu einer sehr plastischen Vorstellung der damaligen Zeit und der Lebensverhältnisse beim Leser führt.  Zudem wirken alle Handelnden authentisch und gleichzeitig kann man auch aus der heutigen Zeit heraus ihr Verhalten und ihre Gefühle nachvollziehen. Dieser Spagat gelingt leider nicht allen Jugendbuchautoren und daher muss man dem Newcomer hier ein dickes Lob aussprechen.

Zudem hat man an keiner Stelle den Eindruck, dass ein Erwachsener über Kinder und Jugendliche schreibt und sich dabei sehr anstrengen muss. Die Sprache ist sehr ausgewogen. Das heißt sie ist auf einem angemessenen Niveau und gleichzeitig gut verständlich. Es stellt sich sehr schnell ein guter Lesefluss ein und man bleibt nicht an einzelnen Wörtern hängen.

Fazit: Für mich war die Begegnung mit Maggie ein wahrer Lesegenuss. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Wiedersehen?

Maggie_und_die_Stadt_der_Diebe_Patrick_HertweckAb 11 Jahre

304 Seiten
Format 148 x 210 mm
ISBN 978-3-522-18403-8
Preis: 14,99€ [D] 15,50€ [A]

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