John und Barnett, Miles & Niles. Hirnzellen im Hinterhalt

Von der Küste in ein kleines Kaff, dessen Hauptattraktionen die eigene Kuhzucht und die Milchbetriebe sind. Miles kann ich sich praktisch keine schönere Situation vorstellen. Seien Mutter versucht ihn damit zu trösten, dass sein neues Zimmer sehr viel größer ist. Aber was ist das schon im Verhältnis zu den Freunden, die er zurücklassen musste? Was ihm aber noch mehr Sorgen bereitet, ist sein Ruf, den er sich an der alten Schule erarbeitet hat. Er war dort nämlich der beste Trickser. Er hat sich die coolsten Streiche überlegt und den besten Unfug getrieben. Und nun muss er sich alles erneut aufbauen. Aber bei seiner Erfahrungen und den gesammelten Notizen über die alten Streiche sollte das kein Problem darstellen. Ja, er würde sich als bester Trickser zeigen und so im Handumdrehen der beliebteste Junge der Schule sein.

Doch bereits der erste Schultag zeigt ihm, dass das verdammt schwierig werden wird. Denn die Yawnee Valley Akademie für Wissenschaft und Kunst hat schon einen Trickser. Der Typ ist verdammt gut und gleichzeitig ein Phantom. Niemand weiß, wer diese grandiosen Streiche spielt. Es gibt noch nicht einmal den Ansatz eines Hinweises. Doch Miles wird ihm schon zeigen was ein echter Trickser ist. Blöd ist nur, dass der Direktor ihm diesen trotteligen Schulhelfer Niles an die Seite gestellt hat. Er soll ihm die Schule zeigen und die Eingewöhnungsphase nett gestalten. Allerdings scheint Niles auch ein Spion des Direktors zu sein. Wie soll man denn in solch einer Situation neue Streiche planen? Aber Miles hat da schon eine großartige Idee, die alle vom Hocker reißen wird.

Zunächst war ich bei dem Lesen des Buches etwas skeptisch, da es von mehreren Seiten schon für Fans der Greg-Reihe empfohlen wurde. Ich habe in der letzten Zeit mehrere Bücher gelesen, die wie die Tagebücher aufgebaut waren, aber qualitativ weit hinter den Büchern von Jeff Kinney zurückblieben. In Miles & Niles geht es auch um einen Schuljungen, der aus seinem Leben erzählt. Der Text ist aber nicht wie ein Tagebuch aufgebaut und die Struktur der Handlung ist ganz anders. Somit hebt es sich also recht gut von der bekannten Geschichte ab.

Jory John und Mac Barnett schaffen es in einer klaren und sehr humorvollen Sprache eine tolle Geschichte zu erzählen, die lustig und spannend gleichzeitig ist. Die Kapitel haben für Leser ab 10 Jahren eine angenehme Länge und sind so konstruiert, dass man eigentlich alles an einem Stück lesen möchte. Die Zeichnungen von Kevin Cornell sind recht klar strukturiert und passen sehr gut zu dem Text. Sie illustrieren kritische und sehr witzige Stellen hervorragend.

Was mir sehr gut gefallen hat ist die Tatsache, dass die Geschichte zwar in Amerika lokalisiert ist, aber nicht so extreme Eigenarten enthält, dass sie nicht auch in anderen Ländern der Erde spielen könnte. Zudem werden Aspekte, die sich vielleicht nicht jedem Kind erschließen, nett verpackt im Text durch die Protagonisten erläutert. Die einzelnen Charaktere werden zudem gut umschrieben und ausreichend tief dargestellt damit ein junger Leser sich mit ihnen identifizieren kann. Und werde würde nicht einmal gerne riesige Streiche planen und in die Tat umsetzen? Miles und der unbekannte Trickser sind also schon automatisch in den Leserherzen verankert. Natürlich kennt auch jeder so einen Mitschüler wie Niles, der permanent nervt, sich für total klug hält und alles macht, was die Lehrer wollen. Somit kann man sich also auch in die meisten Situation gut hineinversetzen.

Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und musste es wirklich in einem Rutsch lesen, weil ich wissen wollte, ob Miles sein Ziel erreicht. Da der englische Originaltitel schon einen Hinweis darauf enthält, dass es wohl weitere Werke über den Trickser geben wird, freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

Miles NilesAus dem Englischen von Alexandra Ernst
Mit Illustrationen von Kevin Cornell
Ab 10 Jahren
Gebundenes Buch
Pappband, 224 Seiten
15,5 x 21,0 cm
Mit s/w Illustrationen
ISBN: 978-3-570-16367-2
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A]

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