Angela Marsons – Silent Scream

Angela Marsons hat mit Silent Scream ein fantastisches Krimidebüt in Großbritannien hingelegt. Sie hat mit der Figur von Kim Stone, die Mitte 30 ist, gerne Motorrad fährt und anscheinend ein leichtes Problem mit Beziehungen hat, so stark den Nerv der Zeit getroffen, dass mittlerweile drei Bände der Krimireihe herausgegeben wurden. In Deutschland kommen wir nun auch endlich in den Genuss des ersten Bandes.

Wie in einigen anderen Krimis ist unsere Protagonistin bei der Kriminalpolizei als Detektive Inspector tätig. Aber damit enden dann auch schon die Gemeinsamkeiten, die Kim Stone mit vielen anderen Ermittlern hat. Kim lebt alleine und schraubt in ihrer Freizeit gerne an alten Motorrädern rum. Sie restauriert sie mit viel Liebe zum Detail, fährt aber auch selbst mit dem Motorrad. Hier bevorzugt sie aber eher die neueren und recht schnellen Modelle. Mit ihrem Leben als Single hat sie sich eigentlich recht gut arrangiert und sie ist auch nicht darauf aus einen neuen Mann oder eine Frau kennen zu lernen. Woran das untern anderem liegt, soll der interessierte Leser lieber selbst herausfinden. Ich möchte diesbezüglich lieber nichts vorwegnehmen.
In ihrem Job ist DI Stone extrem fokussiert und verbissen. Sie bleibt eisern an einer Spur dran und verlässt sich häufig auf ihr Gespür. Dadurch gerät sie natürlich immer wieder in Konflikte mit ihren Vorgesetzten, die allerdings ihre Ergebnisse und die damit verbundene Aufklärungsquote sehr schätzen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass besonders ihr Boss eine schützende Hand über sie hält. Ihr Team ist bunt gewürfelt und im Grunde genommen ist niemand dabei, der ein ganz einfaches oder wenn man so will normales Leben hat. Das macht aber gerade den Reiz der Truppe aus, die im ersten Teil noch etwas blass herüberkommt. Hier hoffe ich in den kommenden Bänden einen genaueren Einblick zu erhalten.

In Silent Scream müssen sich Kim Stone und ihre Kolleg_Innen mit mehreren Todesfällen beschäftigen, die zunächst in keinem erkennbaren Zusammenhang stehen. Die Menschen sind ganz unterschiedliche Typen gewesen und hatten auch in verschiedenen Branchen gearbeitet. Doch bei ihrer Recherche stößt Kim plötzlich auf eine gemeinsame Vergangenheit, deren Dunkelheit man zunächst einmal entdecken muss.

Angela Marsons schafft es in verschiedenen Handlungssträngen, die sich an ganz unterschiedlichen Stellen berühren, eine packende Handlung zu erzählen, die den Leser ab der ersten Seite in den Bann zieht. Auf der einen Seite lernt man auf eine ruhige Art und Weise die Protagonisten kennen und erhält einen ersten Einblick in ihr Leben. Auf der anderen Seite ist man sofort bei dem Täter und kann noch vor den Ermittlern etwas über die Taten erfahren.
Viele Leser mögen ja eine Art Springen zwischen Erzählsprüngen nicht, aber ich finde so etwas fantastisch. Natürlich trifft das nur zu, wenn die Autorin es schafft die Stränge sprachlich ansprechend miteinander zu verknüpfen. Und das schafft Angela Marsons meiner Meinung nach sehr gut. Ihre Sprache ist sehr direkt und klar, sodass man schnell in einem guten Lesefluss ist. Zudem sind die einzelnen Handlungsabschnitte spannend und man erhält die Möglichkeit schnell in die Detektivarbeit einzusteigen. Man rätselt schon sehr früh in dem Buch gemeinsam mit den Ermittlern, hat aber nicht den Eindruck, dass man schon nach wenigen Seiten den Täter kennt. Natürlich ahnt man hin und wieder etwas, muss sich dann aber noch ein wenig gedulden. Und an einigen Stellen wird man auch total überrascht.

Somit weist dieser Krimi für mich eigentlich alles auf, was einen guten Krimi ausmacht: Die Protagonistin ist sympathisch und gleichzeitig interessant, die Handlung ist spannend und die Sprache ist so leichtgängig, dass man den Text locker in einem Stück lesen kann.
Wer also einen netten Krimi für lauschige Abende oder ein gemütliches Wochenende auf der Couch sucht, sollte zugreifen 🙂

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Übersetzt von: Elvira Willems
464 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-492-06034-9
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]

 

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