Peter Goes, Die Zeitreise. Vom Urknall bis heute

Vor einiger Zeit habe ich HIER die Weltgeschichte in 70 Karten rezensiert. In meiner Rezension bin ich auch auf die sehr farbigen und modernen Abbildungen eingegangen. Das Buch von Peter Goes hat zwar theoretisch das gleiche Thema, hebt sich aber von dem gerade genannte Buch stark ab.

„Die Zeitreise“ hat ein recht großes Format (27,6 x 37,7 x 1,4 cm) mit dem es etwas an die Wimmelbücher erinnert. Und auch im Inneren wimmelt es freudig herum, allerdings nicht so einfach strukturiert wie in den Bilderbüchern. Auf 78 Seiten wird pro Doppelseite ein wichtiges Thema der Erd- und Menschheitsgeschichte angesprochen. Dabei stehen die grafischen Darstellungen stark im Mittelpunkt. Sie sind recht dunkel gehalten und haben einen klaren und auf den ersten Blick eher starren Stil, der allerdings viele Details bereit hält, welche man erst bei einem zweiten oder dritten Blick erfassen kann. Gleichzeitig wird den Betrachtern aber ausreichend Raum für eigene Interpretationen gelassen. Farbliche Akzente werden nur an wenigen Stellen gesetzt, springen dann aber sofort ins Auge.

Zu jedem Thema gibt es einen kurzen Einführungstext, der auch aufgrund des Darstellungsform heraussticht, weil er zusammenhängend und linksbündig abgedruckt wurde. Alle anderen Sätze, Erklärungen und Hinweise bewegen sich wie kleine Wellen um die Bilder. Sie schmiegen sich an, verstecken sich ein bisschen und bringen so eine Art Bewegung in das Bild. Sie geben übersichtliche Informationen und laden zu einem weiteren Entdecken ein, da sie sehr kurz gehalten sind und eher wie kleine Notizen wirken. Gleichzeitig sind diese wenigen Punkte aber auch sehr gehaltvoll und stellen keinesfalls unnützes Wissen dar. Interessant ist, dass die Anzahl der Informationen mit der Zeit zunimmt. Das heißt, dass eher modernere Themen in ihrer Darstellungen zunächst überladener wirken als zum Beispiel die Seiten über die ersten Menschen. Aber schließlich sind die Informationen, die wir aus den letzten Jahrhunderten haben, aufgrund der Sprache und der Schrift auch umfangreicher vorhanden. Gleichzeitig treten auch immer mehr Farben in den Darstellungen auf. Man kann also sagen, dass es sich hier um eine indirekte Spiegelung unserer Gesellschaft handelt, die immer mehr Informationen erzeugt, aber auch vielfältiger wird. Dies mag vielleicht nicht den jungen Betrachtern auffallen wird, aber eventuell in das Bewusstsein der großen „Mitleser“ dringen.

Man kann also zusammenfassend sagen, dass „Die Zeitreise“ ein wirklich interessantes Kinderbuch ist, das durch eine ästhetische Darstellung und prägnante Texte überzeugt. Es ist anders als viele „Erklärbücher“, die vielleicht auf den ersten Blick strukturierter erscheinen, aber doch alle gleich aussehen. Man kann es schon als Kunst für Kinder bezeichnen 🙂

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78 Seiten 
ISBN 978-3-407-82128-7
24,95€
Link zur Verlagsseite (mit Vorschau)

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Axel Westerwelle, Lost in History. Gegenwart

Inhalt
Christoph ist ein diplomierter Betriebswirt und erfolgreicher Geschäftsmann. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein tolles Haus in einem Hamburger Vorort. Dieses Leben reicht ihm aber nicht aus. Schon lange interessieren in Geschichten rund um das Zeitreisen. Doch nach einem Gespräch mit Freunden möchte er sich nicht mehr nur mit fiktionalen Berichten beschäftigen. Er will herausfinden, wie man wirklich durch die Zeit reisen kann, und plant auch selbst eine Reise zu unternehmen. Und das ohne naturwissenschaftliches Wissen. Aus der fixen Idee wird ein Hobby, das ihn von seiner Familie entfernt und seine berufliche Karriere gefährdet.

Sprache und Stil
Man hält häufiger Werke in den Händen, die einer recht einfach konstruierten Sprache
geschrieben sind, aber trotzdem Interesse wecken. Sie wirken durch ihren Gesamtstil wieder rund oder packen den Leser über den Plot. Dieses Buch hat leider nichts von alledem. Die Sprache ist hölzern bis verkrampft und führt zu einem schlechten Lesefluss. Ich hatte während des Lesens den Eindruck einem komischen Gedankengang hinterher zu jagen, der auf ein Tonband gesprochen wurde. Zudem befinden sich im Text auch diverse sprachliche Fehler, die den Leser schon fast anspringen. Die Hauptfigur ist fast noch langweiliger als die Geschichte an sich. Wenn es um die Beschreibung von Umgebungen geht, macht sich der Autor nicht die Mühe einen Raum mit Hilfe schöner Wörter zu erschaffen. Er ersetzt ganze Passagen durch plumpe Schleichwerbung. Schon in dem ersten Kapitel werden ein Reiseveranstalter, eine Firma für Kaffeeautomaten und ein Einrichtungshaus genannt.
Man muss deutlich sagen, dass jemand hier seine schriftstellerischen Fähigkeiten weit
überschätzt hat.
Schaut man sich weiterhin die vorhandenen Informationen über den Autor an, erkennt man erstaunlich viele Parallelen. Somit erscheint das Buch schon in einem nahezu narzisstischen Licht. Und wenn man einen Abschnitt über Intimitäten liest, sieht man unweigerlich die Freundin des Autors vor sich. Deren Gesicht man sich im Internet anschauen kann, weil der Autor in den Danksagungen freizügig ihren vollen Namen nennt. Und wie es der Zufall will ist die Auserwählte Verlagsleiterin im Hamburger Verlag. Und wessen Bücher werden wohl dort verlegt?

Fazit
Ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, da sich die Grundidee recht gut angehört hat. Ich wurde jedoch mehr als enttäuscht.
Die Geschichte ist langweilig und die Sprache mag ausreichend sein, um Leser in der Familie zu finden. Für ein großes Publikum ist sie aber nicht geeignet.
Das Buch ist absolut nicht empfehlenswert. 

 Roman
256 Seiten, Gebunden mit Lesebändchen,
Schutzumschlag mit Heißfolienprägung
Farbiger Vor- und Nachsatz
EUR 16,95 [D,A] / 27,50 sFr.
Erstverkaufstag: 9.09.2010
ISBN 978-3-981-07211-2 

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Bild und Informationen von der Verlagsseite (s.o.)